Byton - der E-Luxus der Zukunft

Chinesische Autobauer holen bei Innovationen rasant auf

Automanager im Westen haben die Konkurrenz in China lange belächelt - doch nun zeichnet sich ab, dass Hersteller aus der Volksrepublik zu echten Herausforderern werden könnten. Denn die chinesischen Autohersteller holen bei der Entwicklung technischer Neuerungen rasant auf, wie eine Studie des Centers of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ergeben hat.


Plagiate waren gestern - Baic, BYD, Byton und Co. schließen immer schneller zu den deutschen Herstellern wie BMW, Daimler oder Volkswagen auf, die traditionell Spitzenreiter in Sachen Innovation sind. Demnach kamen 32 Prozent der maßgeblichen Einführungen von neuen Produkten oder Technologien in der globalen Automobilindustrie vergangenes Jahr von Daimler, BMW oder aus dem Volkswagen-Konzern.

Aber schon 18 Prozent kamen aus China. 2015 waren es noch 9 Prozent. "Damit entwickeln sich die chinesischen Automobilhersteller zunehmend zu Innovationstreibern, die insbesondere in den Zukunftsfeldern wie E-Mobilität und Vernetzung Schlüsselkompetenzen aufbauen", erklärte CAM-Direktor Stefan Bratzel. Hinter China kommt Japan mit einem Anteil von 17 Prozent gefolgt von den USA mit 11 Prozent. Beide verloren somit 3 bis 4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016.

Insgesamt untersuchte die Studie die Innovationen von 35 Automobilkonzernen weltweit. Diese brachten demnach 1223 relevante fahrzeugtechnische Neuerungen hervor, ein Rückgang von 12 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Unter den gewerteten Innovationen befanden sich fast 150 Weltneuheiten. Beispiele sind etwa die gesteigerte Reichweite des elektrisch angetriebenen Tesla Model S, ein "Staupilot" von Audi sowie ein neues Parkassistenzsystem von BMW.

Neue "Gründer-Ära" im Fahrzeugbau

Dabei beobachtet Bratzel eine Verschiebung der Entwicklung weg von der Fahrleistung hin zu mehr Komfort und Sicherheit. Es zeige sich auch eine Spezialisierung der Hersteller. Tesla und Renault hätten ihre Stärken bei in Serie verfügbaren Elektroautos. VW, Daimler und BMW seien bei Hybriden und seriell verfügbaren Assistenzsystemen führend. Chinesische Hersteller wiederum seien auf fast allen Gebieten innovativ.


Der Autoexperte Felix Kuhnert von der Unternehmensberatung PwC arbeitete bei der Studie mit dem CAM zusammen. Ihm fiel die hohe Zahl der erst wenige Jahre alten chinesischen Hersteller auf, die mit ihren Entwicklungen die Branche aufwirbeln. Früher hätten die deutschen Hersteller über eine Plagiatskultur in China geklagt. "Nun allerdings fangen chinesische Konzerne an, westlichen Herstellern nicht mehr nur nachzueifern, sondern sie mit eigenen Innovationen offen herauszufordern."

Ein Beispiel dafür sei der Hersteller NextEV, der 2017 fast 50 Innovationen beisteuerte und in Kürze sein erstes Serienfahrzeug auf den Markt bringen will. Dieses wird eines von 84 verschiedenen Elektrofahrzeugen sein, die in China bis 2020 produziert werden. In Deutschland werden es laut PwC nur 29 sein.

Der Durchbruch des Elektromotors und des autonomen Fahrens könnte laut Kuhnert eine neue "Gründer-Ära" im Fahrzeugbau einleiten. "Beispiele wie Tesla oder die aufstrebenden chinesischen Auto-Startups deuten schon zunehmend darauf hin."


China: Elektroautos für weniger als 5.000 Euro

Eine Tochtergesellschaft des amerikanischen Auto-Riesen General Motors bringt in Kürze ein neues Elektroauto auf den chinesischen Markt. Das Besondere dabei: das Fahrzeug soll gerade mal 4.500 Euro kosten!


Umweltbewusste Menschen, die sich ein Elektroauto zulegen wollen, hatten bisher vor allem ein Problem: Die Preise für die Fahrzeuge sind deutlich höher als die normaler PKWs. Dies könnte sich allerdings demnächst ändern: Eine chinesische Tochterfirma von General Motors bringt ein neues E-Auto auf den Markt - für den erstaunlich niedrigen Preis von nur rund 4.500 Euro.

Die Leistungsdaten:

 

  • Akkuladedauer rund 7,5 Stunden
  • Pro Akkuladung Strecke von rund 150 Kilometern möglich
  • Maximalgeschwindigkeit von circa 100 km/h
  • Höhe: 1,67 Meter
  • Wendekreis: 3,7 Meter

Das Modell Baojun E100 der Firma SAIC wird allerdings wie erwähnt (zumindest vorerst) nur auf dem chinesischen Markt zu erstehen sein


Rest der Welt fährt hinterher! Absatz von E-Autos in China legt kräftig zu

In Deutschland verdoppelt sich 2017 die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge. Der große Boom findet aber in China statt, ein europäisches Land spielt eine Sonderrolle. Hierzulande soll der "massive Umbruch" erst in 10 bis 15 Jahren vonstattengehen.

China hängt den Rest der Welt beim Absatz von Elektroautos immer deutlicher ab. Der Abstand zu den USA wuchs laut einer Studie des Brancheninstituts CAM in Bergisch Gladbach deutlich - insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Reich der Mitte 777.000 E-Autos abgesetzt, 53 Prozent mehr als im Vorjahr. In den USA stieg die Zahl der Neuzulassungen von E-Autos lediglich um 24 Prozent auf rund 194.000 Stück.

"China setzt seine Rolle als globaler Taktgeber der E-Mobilität unbeirrt und mit zunehmender Dynamik fort", sagte Stefan Bratzel, Leiter des Centers of Automotive Management. Dabei gehe es weniger um Luftreinhaltung, sondern um den Wunsch nach größerer Unabhängigkeit von Ölimporten sowie um die Elektrokompetenz chinesischer Autobauer.

Auch in Deutschland trieb die Diskussion über mögliche Fahrverbote für schmutzige Diesel den E-Auto-Absatz in die Höhe. Dennoch: Zwar konnten 2017 mit fast 54.500 Elektroautos 117 Prozent mehr verkauft werden als ein Jahr zuvor, aber Deutschland - und Europa - hinken weiter hinterher. Das zeigt sich am Anteil der E-Autos - batterieelektrische wie auch Hybridautos - an den Zulassungen: In China stieg der Marktanteil der Stromer 2017 von 1,8 auf 2,7 Prozent, vor allem rein elektrisch betriebene FahIn Deutschland verdoppelte sich der Marktanteil von 0,8 auf 1,6 Prozent, auch in Frankreich und Großbritannien wurden mehr E-Autos verkauft. In den Niederlanden gab es wegen der 2016 ausgelaufenen Förderung für Hybride einen Einbruch um 60 Prozent.

Dass die Elektroautos in Norwegen so beliebt sind, liegt an finanziellen Vorteilen: Mehrwertsteuer, Importsteuer und Kfz-Steuer fallen weg. Der Dieselanteil an den deutschen Neuzulassungen kam im vergangenen Jahr mit 38,8 Prozent deutlich unter die Räder - 2016 waren es noch 45,9 Prozent.

Eine Sonderrolle spielt Norwegen: Dort stieg der Marktanteil an den Neuzulassungen von 29,1 auf 39,3 Prozent. Allein 2017 wurden mehr als 62.000 Elektroautos neu zugelassen, was einen Anstieg um 39 Prozent bedeutet. Allerdings wachsen die Verkaufsziffern deutlich schneller als die norwegische Ladeinfrastruktur. So warnte die Elektrowagenvereinigung in Oslo unlängst davor, sich einen Stromer anzuschaffen, wenn es nicht die Möglichkeit gebe, diesen zu Hause zu laden.rzeuge waren mit 652.000 Stück gefragt.

Im Dezember lag der Dieselanteil der Studie zufolge nur noch bei 33,4 Prozent. Davon profitierte neben den alternativen Antrieben der Benziner, dessen Anteil auf 57,7 Prozent stieg nach 52,1 Prozent im Jahr zuvor. Der Leiter des Centers of Automotive Management warnte, die Verschiebungen und der Trend zu schweren Stadt-Geländewagen (SUV) machten es für einige Hersteller schwer, die CO2-Reduktionsziele der EU von 95 Gramm Kohlendioxid Ausstoß je Kilometer bis 2021 zu erreichen.

Ab 2020 rechnet das Institut mit einem starken Anstieg des E-Auto-Absatzes auf den wichtigen Automärkten. Die derzeit geringen Marktanteile sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein "massiver Umbruch der Antriebstechnologien" in den nächsten 10 bis 15 Jahren bevorstehe.

Bis 2020 sei mit einem Anteil der E-Autos an den globalen Neuzulassungen von 2,5 bis 6 Prozent zu rechnen, 2025 könnten es dann schon 12 bis 25 Prozent sein, 2030 sogar 25 bis 40 Prozent. Das bedeutet aber auch, dass der Verbrennungsmotor noch lange die Oberhand behält.

Der große Umbruch wird 2020 beginnen


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