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Ferngesteuert und elektrisch: Flugzeugschlepper

Nicht nur Fahrräder und Roller fahren mit Batterien, auch ganze Flugzeuge können inzwischen mithilfe von E-Schleppern der Firma Mototok bewegt werden. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat ein solches elektrisch betriebenes Fahrzeug mit Erfolg auf seinem Vorfeld getestet und will es ab kommendem Jahr einsetzen, wie der Geschäftsbereichsleiter Bodenverkehrsdienste Martin Bien am Freitag sagte. Schlepper schieben Flugzeuge von der Parkposition auf die Rollbahn oder zu Wartung. Die neuartigen elektrisch betriebenen Fahrzeuge werden nicht mehr von einem Fahrer, sondern per Fernbedienung gesteuert.

Deshalb sei denkbar, den beim Schleppen nötigen Personaleinsatz von zwei auf einen Mitarbeiter zu reduzieren, sagte Bien. Fraport erhofft sich vom Einsatz der E-Schlepper auch schnellere Abläufe, da sie aufgrund ihrer um zwei Drittel geringeren Größe näher bei den Flugzeugen geparkt werden können. Auch die Wartung sei den bisherigen Testergebnissen zufolge weniger aufwendig. Im Einsatz seien die E-Schlepper bereits am Londoner Flughafen Heathrow.

Wie viele der je nach Ausführung ab etwa 150.000 Euro teuren Fahrzeuge angeschafft werden sollen, werde im Laufe des Jahres entschieden, sagte Bien. Das Test-Fahrzeug wiegt 5,5 Tonnen und kann bis zu 95 Tonnen schwere Jets bewegen. Geeignet ist der Schlepper Fraport zufolge für kleinere Flugzeuge wie die Airbus A320- und Boeing 737-Familie.

Der Test in Frankfurt dauert seit Anfang Juli. Um möglichst verschiedene Bedingungen zu simulieren, wurde der E-Schlepper auch Feuchtigkeit und Enteisungsflüssigkeit ausgesetzt. Seine Batterien müssen den bisherigen Erfahrungen zufolge alle zwei Tage aufgeladen werden.

Die Lufthansa stellte für den Test Flugzeuge zur Verfügung. „Wir sind dafür, dass die neuen Schlepper eingeführt werden und wären auch bereit, zu investieren“, sagte der zuständige Bereichsleiter bei der Lufthansa, Jörg Mnich. Heute müssten Flugzeuge manchmal auf Schlepper-Fahrzeuge warten, das Problem könnte sich mit den neuen und kleineren E-Schleppern lösen.

Fraport setzt laut Bien auch bei den anderen Vorfeld-Fahrzeugen wie Gepäcktransportern und Förderbandwagen zunehmend auf elektrische Mobilität, bisher betrage der E-Anteil 14 Prozent. Ziel sei eine Steigerung in den nächsten fünf Jahren auf 30 bis 40 Prozent. Ab kommendem Juni soll auch ein E-Bus auf dem Vorfeld getestet werden.